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Mollys Spannungsroman

  1. Mollys Spannungsroman Beitrag #1
    Avatar von Molly
    Molly

    Standard Mollys Spannungsroman

    Hallo Mädels. Ich schreib supergerne, und wollte euch mal meinen Roman vorstellen. Bin gespannt wie ihr ihn findet. Ersteckt sich über 10 Kapitel. 2 sind schon fertig.
    Geht um Flyff zu früheren Zeiten, also mein Fave Game vermischt mit realität. Gewürzt mit SPannung , Liebe und Gespenstischem Viel Freude beim Lesen. Ich gebe mir Mühe.

    9 Opfer

    Die Hauptpersonen:


    Lily Felton:
    Sie muss einen Bann aus Ihrem früheren Leben lösen, oder sie wird sterben müssen


    Jenny Johns:
    Ihre Patentante, die ebenfalls in einer
    anderen Welt lebt und deshalb gefährlich ist.


    Mitchel Ward:
    Plötzlich taucht der Blade immer dann auf
    wenn Lily Hilfe braucht.


    Psykeeper Christopher:
    Er macht einen recht merkwürdigen
    Eindruck auf Lily.


    Phoebe:
    Auch sie hat etwas aus ihrem früheren Leben aufzuarbeiten. Ist
    sie gegen Lily?


    Eliza:
    Die Haushälterin von Nine Maidens Hall.



    -Kapitel 1/10 -

    Der einzige kleine Spiegel über dem Waschbecken in ihrem Zimmer hätte sich nicht für das Auflegen von Make up geeignet, aber Lily die kleine Assistin , hatte ohnehin nur ein wenig Puder und so machte es ihr nichts aus.
    Der rest des Zimmers war genauso spartanisch, ein Fleckernteppich auf dem Steinfussboden und die orhänge vor den Fenstern waren das einzige Zugeständniss an Komfort.
    Sonst bestand das Mobiliar aus einer eisernen Bettstatt, einer flachen Kommode mit dazu passendem Stuhl, einem weiss gestrichenen Schrank , einer Truhe und einem Regal auf dem Bücher und ihr Stick lagen.

    Das Kreuz an der Wand über dem Bett erinnerte sie daran, falls sie der Erinnerung bedarf das sie in der Klosterkirche St. Mornings war.

    Gelegentlich, wenn sie vom Dorf zurückkam, blieb Lily stehen und schaute zu dem Schmideisernen Tor hin, das von einem Vergoldeten Wappen gekrönt war. Das Kloster unserer Lieben Elementorin von St. Mornings. Ein Wappen aus sehr früher Entstehungszeit St. Mornings. Früher im kalten Krieg ist es gefallen, wurde jedoch in dieser Abgelegen Ecke wieder aufgebaut.

    Manchmal versuchte Lily das Kloster mit den Augen einer fremden zu betrachten, aber sie hatte nie viel Erfolg damit.
    Jeder Stein hier war so vertraut, al ob die hier zu Hause wäre, was wohl auch stimmt denn sie war hier seit sie denken konnte.
    Nein, das stimmte nicht ganz. In ihren Träumen befand sie sich oft in einem Zimmer, das sie nie gesehen hatte, ihr aber im Traum sonderbar vertraut schien.
    Sie kannte die dunkel paneelierten Wände und den dicken Teppich der sich vom Kamin auf der einen Seite zu den Fenstern am anderen erstreckte.
    Der Teppich leuchtete in Orange, gold und rosa, und die langen Vorhänge in goldfarbener Seide bildeten einen Rahmen für Kupferschalen, in denen Efeu und Stechpalmen wuchsen.
    Das Zimmer stand so deutlich vor ihren Augen das sie fast den weichen Teppich unter ihren Füßen fühlen und die grossen Scheite im Kamin riechen konnte. Sie wusste zwar nie genau, was sie eigentlich anhatte, aber sie wusste das sie ein grosses Kollier aus geflochtenem Silberschnüren um den Hals trug. Von diesem hingen Perlen herab.
    Nie war etwas anderes in dem Zimmer, und nachdem sie sich ihrer Anwesenheit bewusst gworden war, verschwand die Szene in einem wirbelnden Grau und sie wachte wieder in ihrem Klosterzimmer auf.

    Während sie sich eingehend im Spiegel betrachtete, kam ihr der Gedanke, dass sei wie eine Novizin aussah.
    Sie hatte die blasse zarte Hautfarbe und den etwas wachsamen Gesichtsausdruck eines von der Aussenwelt geschützen Menschen.
    Ihr Kinnlang geschnittenes Haar umrahmte ein blasses feingeschnittenes Gesicht indem grüne Augen leicht schräg standen. Die Wimpern waren dicht und leicht rötlich. Ihre Gestalt der sie nie wirklich viel Beachtung geschenkt hatte, war klein und schlank, die wenigen Formen wurden von dem einfachen Assistenkleid und den flachen Schuhen kaum hervorgehoben.
    Level 60 und volle 18 Jahre.

    Es klopfte und Anna steckte den Kopf rein. "Die Mutter Elementorin möchte Sie gern sprechen Liebes" erklärte sie nun. Lily machte eine kleine Grimasse und eilte die steinigen Treppen hinauf und durch den kahlen Flur zur Tür mit der Aufschrift "Ehrwürdige Elementorin". Gewohnheitsmäsig blieb sie stehen und holte tief Luft. Dann klopfte sie.

    Eine ruhige gelassene Stimme lies sie eintreten. Der Sonnenschein strahlte an den weissen Wänden und dem gebohnerten Fußboden und glitt dann weiter zu dem Einfachen Schreibtisch, hinter dem die Saubere kleine Gestalt saß.
    Wie üblich war alles in dem Raum ordentlich, skrupellos sauber und unpersönlich.
    Die Elemtorin passte genau zu ihrer Umgebung, ihr graues Habit und die Starke Haube strömten Neutralität aus. Ihrem Gesicht nach hätte sie sowohl vierzig als auch sechzig Jahre alt sein können, allerdings sehr, sehr Erfahren.

    "Kommen Sie Lily, setzen sie sich". Die Stimme war so kühl und gemessen wie alles andere. Lily schloss die Tür und setzte sich.
    "Wenn es darum ging das ich fortgeschlichen bin um die Mohnblumen auf einer der Wiesen..."
    "Ich habe nicht die Absicht mit Ihnen über ihren etwas eigentümlichen Geschmack zu sprechen", erklärte sie. "Ich habe einen Brief von Miss Jenny Johns bekommen." "Von meiner Patentante?" Lily setzte sich Aufrecht.
    Ein Brief von Tante Jenny war ein seltenes Ereignis. Solche Briefe kamen alle ein bis zwei Jahre und jeder befasste sich mit einer neuen Phase von Lilys Erziehung. Die Kosten wurden durch eine Bank überwiesen und Tante Jenny war selbst nie aufgetaucht.
    "Lily erinnern sie sich an ihre Patentante?"
    Die junge Frau runzelte die Stirn. Sie hatte eine vage Erinnerung an eine grosse dünne Person mit Hut und ein...
    "Sie trug einen Mantel mit Pelzbesatz am Kragen und einen Hut - schwarz?" meinte Lily unsicher.
    "Sie war in Trauer. Ihre Eltern waren grade umgekommen."
    "Bei einem Autounfall, ich erinnere mich kaum an sie" "Das ist nicht verwunderlich. Sie waren kaum 5 damals. Zum Glück hatten sie eine Patentante der ihr Wohlergehen sehr am Herzen lag."
    "Sie brachte mich hierher?"
    "Um ihnen die entsprechende Erziehung angedeien zu lassen, wir haben unser bestes getan ihrem Wunsch zu ensprechen." "Nie hat sie mich besucht."
    "Soviel mir bekannt ist war sie immer sehr beansprucht und nicht in der Lage eine kleine Vagrantin aufzuziehen", erklärte die Ehrwürdige Elementorin. "Sie war sehr pünktlich was Zahlungen anging." "Dafür bin ich sehr dankbar", sagte Lily. Ein leichter Groll klang in ihrer Stimme.

    "Dreizehn Jahre sind eine lange Zeit", sagte die Elementorin. "Sie sind jetzt 18 und Level 60 , Lily, und ihre Lehrzeit zur Ringmasterin beendet. "Ich schrieb Miss Johns vor über einem Jahr und legte ihr dar, dass sie inzwischen das Alter erreicht haben indem die meisten Assistinnen eine Vorstellung ihres künftigen Berufes haben. Aber sie teilte mir lediglich mit, das sie Pläne für sie hätte, die nicht davon abhingen, ob sie ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen könnten."
    "Was für Pläne?" wollte Lily wissen.
    "Sie können es gern selbst lesen."
    Aus einem Tapel Papier zog sie den Brief hervor.

    Sehr geehrte Ehrwürdige Elementorin, hies es da.

    Meine Patentochter Lily Fellton, ist nun 18 Jahre alt, und ich nehme an, dass ihre Ausbildung beendet ist. Ich möchte sie eine weile bei mir haben, damit wir uns besser kennenlernen. Ich füge die entsprechenden Angaben über die Fahrzeiten und das Fahrgeld bei, sowie einen Beitrag zu ihrem Fundus den sie sicher ausreichend finden werden.
    Ihre Jenny Johns

    Lily las den Brief zweimal, dann reichte sie ihn schweigend zurück.
    "Sie müssen nicht gehen" sagte die ruhige Stimme.
    "Wie bitte?" Lily blinzelte verblüfft.
    "Ich sagte dass sie nicht gehen müssen"; wiederholte sie, "Sie sind 18 und damit Volljährig. Eine Erwachsene."
    "So sehr erwachsen komme ich mir auch wieder nicht vor.! "Ist die Klostererziehung dafür nicht die beste Vorbereitung?" Ein schwachses lächeln zog über ihre schön geschwungenen Lippen der Elementorin.

    "Ich denke ich gehe nach Nine Maidens Hall, so heisst es doch? Was für eine Merkwürdige Adresse."
    "Wir sprechen uns nochmals ehe sie gehen." Die Ehrwürdige Elementorin zögerte, dann zog sie eine kleine Schublade auf, beförderte eine kleine Schachtel ans Tageslicht uns reichte sie Lily. "Hier habe ich ein Geschenk für Sie. Es ist zwar nicht üblich dass wir unseren Schülerinnen Abschiedsgeschenke geben, aber Ihre Situation war immer ungewöhnlich. Der Ring müsste ihnen passen".

    Es war ein hölzerner Ring in weichen grau-grün, die Oberfläche war geschnitzt und poliert. Bei genauerem Hinsehen konnte Lily die Umrisse eines Fisches erkennen.
    "Ich bekam ihn als ich ein kleines Mädchen war, aber natürlich ist er noch viel älter", erklärte sie. "Spätes Mittelalter schätze ich."
    Er passte genau an Lilys kleinen Finger. Als sie die Hand dann ins Licht hob, leuchtete er fast durchsichtig.
    "Danke, ich freue mich sehr."
    "Dann wäre das alles für den Augenblick."


  2. Mollys Spannungsroman Beitrag #2
    Avatar von Molly
    Molly
    (Übertrag Kapitel 1 )
    Die Schwester machte eine Handbewegung, die bedeutete , dass das Gespräch zu Ende sei. Lily erhob sich sich und machte einen Knicks, wie es die Schülerinnen des Klosters immer taten, wenn sie sich von der Elementorin verabschiedeten.
    Sie war schon fast an der Tür, als die Elementorin plötzlich sagte: "Der Alte Herr der mir den Ring gab, sagte, er wüde mich beschützen. Ich habe keine Ahnung was er damit sagen wollte."
    "Danke" Lily lächelte verwirrt und ging.
    Sobald sie allein war, nahm die Elementorin die Brille ab und putzte sie sorgfältig. Ihr Gesicht wirkte nackt und sehr verletzlich. Sie wünschte nur, sie wüsste weshalb sie solche Angst um das Mädchen hatte...


    -Kapitel 2/10-

    Der Abschied vollzog sich fast unbemerkt. Die übrigen Mädchen waren schon in die langen Ferien nach Hause gefahren. So galt es nur, von den restlichen Abschied zu nehmen. Erst als sie mit ihrem hab und gut im Taxi saß, wurde Lily klar, was vor sich ging, und der Anblick von Schwester Anna die energisch hinter ihr herwinkte, ließ sie schon vorzeitig Heimweh empfinden.

    Schließlich und endlich war das Kloster in St. Morning 13 Jahre lang ihr Zuhause gewesen und nun verließ sie es für eine ungewisse Zukunft.

    "Vergessen Sie nicht was ich ihnen gesagt habe", hatte die hohe Elementorin beim Abschiedsgespräch erinnert. "Falls sie einen nützlichen Beruf ergreifen möchten oder mit Ihrer Patin nicht zurechtkommen, Sie haben Freunde hier."

    Mehr wurde nicht gesagt, aber Lily ging mit dem Deutlichen Eindruck weg, das die Elementorin Jenny John´s beim ersten und einzigen Zusammentreffen nicht sonderlich ins Herz geschlossen hatte.
    Aber dann hatte sich die ältere Frau schon vorgebeugt und ihr einen ihrer seltenen, kühlen Küsse auf die Wange gehaucht. Im gleichen Augenblick rief Schwester Anna, dass das Taxi vorgefahren sei.

    Der kleine Bahnhof war voller Urlauber, aber ein freundlicher Gepäckträger suchte ihr einen Eckplatz und verstaute ihre Koffer im Gepäcknetz. Lily, die zuvor nur bei Gruppenausflügen zusammen mit anderen Assistinnen und Magierinnen Bahn gefahren war, fand sich zum allererstenmal auf sich allein gestellt. Sie lehnte den Kopf zurück, fest entschlossen, ihre ungewohnte Selbstständigkeit zu geniesen. Es war warm im Abteil gewesen aber sie wagte nicht jemanden zu Bitten das Fenster zu öffnen. Nach einer Weile nahm sie ihr Halstuch ab und fächelte sich damit Kühlung zu.

    Der grosse junge Blade ihr gegenüber hörte auf, gelangweilt dreinzuschauen und betrachtete sie annerkennend. Er war nicht gerade hübsch im landläufigen Sinn, sein Gesicht sah aus als ob man es auf gut Glück zusammengesetzt hätte, aber der ganze Blade strömte eine unterdrückte Vitalität aus und als er Lily anlächelte , hatte sie das Gefühl umarmt zu werden.

    "In Urlaub?" fragte er. "Nein, ich fahre nicht in Urlaub." Sie wedelte heftiger mit dem Halstuch und wünschte nur, man hätte ihr in der Schule beigebracht, wie man sich mit fremden Herren in Zügen unterhielt.
    "Ich bin auf einem Arbeitsurlaub" meinte er.
    Lily rang sich ein flüchtiges lächeln ab und schaute aus dem Fenster. Der Zug hielt an jeder Station, dennoch würde er nicht zu lange brauchen um Darkon zu erreichen.
    Die Elementorin hatte zurückgeschrieben und ihre Ankunft bestätigt, aber Lily hatte keine Ahnung, ob sie abgeholt würde. High Darkon war sicher ein winziges Dorf, sie hatte es auf der Landkarte nicht finden können. Schon eigenartig, dass ihre Patin, die so in der Nähe wohnte, sie aber in 13 Jahren nie besucht hatte.
    Dann schob sie den Gedanken beiseite. Die Frau die sie Tante Jenny nennen sollte, hatte gewiss sehr gute Gründe dafür gehabt.
    Der junge Blade schaute sie zwar nicht mehr unverwandt an, aber sie war sich seiner Gegenwart sehr bewusst. Ein vergnügtes lächeln umspielte Lilys Lippen.
    Das alles gab ihr ein neues Selbstbewusstsein. Sie entspannte sich und lehnte sich mit halbgeschlossenen AUgen zurück, während der Zug weiterratterte.

    Sie war sich noch immer bewusst dass sie in der Ecke des Abteils saß, und dass es warm war, aber ein Teil von ihr war bereits in einem Traum gefangen, vielleicht bildete sie sich das aber nur ein.

    Der Zug hielt mit einem plötzlichen Ruck. Sie riss die Augen auf, schüttelte leicht den Kopf und setzte sich wieder aufrechter hin. Dann band sie sich das Halstuch wieder um. Es war ein Schal mit Blumendruck in Geld und grün, ein Weihnachtsgeschenk einer Schulkameradin. Sie war damals gerührt und ein wenig überrascht gewesen. Sie waren alle nett, aber sie hatte keine ausgesprochene Freundin. Das Geschenk hatte ihr Freude gemacht.
    "Wir kommen jetzt nach Darkon", sagte der Blade, streckte die Hand aus und holte ihre Koffer aus dem Gepäcknetz.
    "Danke." Sie wollte nach dem Koffer greifen, aber er wehrte ab. "Ich steige auch hier aus. Ich kann sie Ihnen also auf den Bahnsteig hinaustragen. Werden sie abgeholt?"
    "Ich weis nicht recht Aber sonst werde ich ein Taxi nehmen."
    Draussen sah sie aus den Augenwinkeln eine hochgewachsene, schlanke Gestalt im geistlichen Gewand. Der Mann schwebte auf sie zu.
    "Sie müssen Lily sein. Ich habe sie nach Miss Johns Beschreibung sofort erkannt. Ich bin Psykeeper Christopher. Mein Wagen steht draussen, wenn sie also mitkommen wollen, dann fahre ich sie nach Hause. Sind das Ihre Koffer?"
    "Ja, ich .." Sie zögerte, aber Psykeeper Christopher hatte die Koffer ergriffen, ohne dem jungen Blade nur einen Blick zu schenken, und war schon unterwegs zum Ausgang.
    "Danke und Aufwiedersehen", sagte Lily etwas Atemlos und lief hinter dem Psy her, im laufen suchte sie in ihrer Umhängetasche nach der Fahrkarte.

    Als Lily aus dem Bahnhofsgelände kam, hatte Psy Christopher die Koffer bereits im Kofferraum verstaut und hielt die Tür zum Beifahrersitz einer sauberen schwarzen Limousine auf. Jetzt erst konnte sie ihn sich genau ansehen.


  3. Mollys Spannungsroman Beitrag #3
    Avatar von Molly
    Molly
    (Übertag Kapitel 2 )


    Er war weit über den Level 90igern, mit einem fein geschnittenen asketischen Gesicht, dass sie vage an einen Bischhof erinnerte, der gekommen war, um die Firmung zu spenden. Sein volles, schwarzes Haar, das sich über einen Teil seiner Strin wellte, glänzte leicht.
    "Psy Christopher?" sie schaute ihn fragend an und stieg ein.
    "Heiliger von High Darkon", erklärte er. Er schwebte um den Wagen herum, stieg ein und schnallte sich an. Mit einer Kopfbewegung forderte er sie auf das ebenfalls zu tun. "Eigentlich der einzigste Heilige in High Darkon, Der Ort ist zu winzig, um mehr als eine Kirche zu tragen. Zu meinem Glück ist es eine Elementarische Kirche."
    "Dann gefällt es Ihnen dort also?"
    "Ja, natürlich. Allerdings bin ich in diesem Teil der Welt aufgewachsen, sodass ich von vornherein dafür eingenommen bin."
    "Auf der Landkarte konnte ich den Ort nicht finden", bemerkte Lily.
    "Auf den hiesigen Landkarten ist er vermerkt, aber leicht zu finden ist er deshalb noch lange nicht. Der nächste grössere Ort ist Low Darkon. Er liegt 10 Meilen entfernt und hat auch nur etwa tausend Einwohner. High Darkon ist ein Bauerndorf, wie die meisten Orte hier herum."
    "Aber es hat eine Kirche."
    "Eine sehr alte Kirche sogar. Man sagt, sie ginge bis auf das zehnte Jahrhundert zurück. Die Kirche des Heiligen Pereb."
    "Des Heiligen wie?!"
    "Pereb. Aber fragen Sie mich bitte nicht, wer der gute Herr war, denn ich habe keine Ahnung. Hier im Südwesten Darkons waren die Allerersten am Werk, meistens Psykeeper, und keiner weis genau, wie viele es waren. Tatsachen und legenden gehen so durcheiander, dass kaum jemand mehr die Wahrheit herausfinden kann. Das ist die Staße nach Low Darkon, aber wir nehmen die Abkürzung nach High Darkon."

    Sie bogen von der Hauptstrasse ab und fuhren enge Feldwege entlang, die sich zwischen hohen Hecken hindurchwanden. Ausser den grünen Hecken konnte man nichts sehen, ab und zu nur gab ein Gattertor den Blick aufüppiges Weideland oder ein goldenes Sandfeld frei.
    "Ist es noch weit?" fragte Lily.
    "Nur noch ein paar Meilen. Hier auf dem flachen Land kann man sich mit den Entfernungen sehr vertun. Nine Maidens Hall liegt direkt hinter dem Dorf. Es rankt sich auch eine Legende darum, aber das überlasse ich Ihrer Patentante. Freuen sie sich auf sie?"
    "Ich glaube schon."
    "Sie erinnern sich nicht an sie?"
    "Nur flüchtig. Ich war erst 5, als sie mich ins KLoster brachte, und sie hat mich nie besucht."
    "Miss Johns ist fast Einsiedler", meinte Psy Christopher. "Eine wunderbare grosszügige Frau und tief gläubig, aber nicht sehr gesellig. Jetzt dda sie da sind, geht sie vielleicht auch wieder etwas mehr unter die Leute. Derzeit verlässt sie nur das Haus, um zur Messe zu gehen."

    Der Weg wand sich bergauf. Die Hecken wichen niedrigen Mauern mit leuchtenden Vorgärten vor sauberen Landhäusern. Dann mündete er in eine Gepflasterte Strasse ein, an der ein paar Geschäfte mit grünen Kleeblättern standen.
    Dann hatten sie das Dorf schon wieder hinter sich gelassen und es ging wieder Bergauf, das Kopfsteinpflaster machte einem sauberen Weg Platz, der von beiden Seiten von Grossen Eichen eingerahmt war.
    "So, wir sind da."

    Voller schwung fuhr er den Wagen aus der Schattigen Allee heraus in die Sonne. Vor ohnen erhob sich das Haus, die grauen Wände waren mit Efeu bewachsen, die Fenster glänzten in der Sonne.
    Lily hatte zuvor versucht, sich das Haus vorzustellen und war verblüfft, wie nahe die Wirklichkeit an ihre Phantasie herankam. Es war ein L-förmiger Bau, der kürzre Teil lag vor ihnen, der längere erstreckte sich nach rechts.
    Christopher stieg aus und, kam herüber und öffnete Lily die Tür. Im gleichen Augenblick kam eine gedrungene freundliche Frau aus dem Haus, ihr breites freundliches Gesicht strahlte.
    "Also haben Sie sie uns heil und gesund gebracht, Chrisopher", rief sie.
    "Ich hatte die Ohren gespitzt, während ich die Blumen hier schnitt. Herzlich Willkommen hier auf Nine Maidens Hall, Miss Lily."
    Sie war nähergetreten und hatte Lily die Blumen in die Hand gegeben.
    "Lassen sie dem armen Mädchen mindestens Zeit zu Atem zu kommen", meinte Psy Christopher lachend. "Sie ist gerade angekommen. Lily, das ist Eliza Poulson - Ringmasterin im Ruhestand und weis nicht seit wann, Haushälterin hier."
    "Es ist schön sie endlich zu sehen, Miss Lily. Wahrscheinlich können sie sich nicht an mich erinnern, aber ich kannte sie, als sie noch ein kleiens Ding waren. Kommen sie auf eine Tasse rein, Christopher?"
    "Nein, ich muss zurück. Ich komme morgen vorbei."
    "Danke für´s abholen", sagte Lily freundlich.
    "Gern geschehen, meine Liebe." Er hob ihre Koffer aus dem Kofferaum, schüttelte kurz ihre Hand und fuhr davon.

    "Kommen sie herein", sagte Eliza und bückte sich, um die Koffer aufzunehmen, Ihre Arme waren braungebrannt und ihre weissen Haare lockig.
    Lily umklammerte fest den Strauss gelber Chrysantheme, die ihr Eliza in die Hand gedrückt hatte und folgte der Haushälterin in eine weite EIngangshalle, von der sich rechts eine Treppe hinaufschwang.
    Links war eine Tür. Gegenüber der Einganstür waren Regale, auf denen Lily Jade und Elfenbeinstücke sah, die sich hell von den dunklen Holz abhoben.
    Die flachen Stufen waren von einem roten Teppich belegt.
    Die Diele oben hatte die gleiche grösse wie die Eingangshalle.
    "Ich habe alles für sie hergerichtet, Miss Lily", sagte sie. "Ich hoffe es gefällt ihnen."
    "Ein sehr schönes Zimmer", meinte Lily und betrachtete mit echter Begeisterung die Holzverschalten Wände, an denen gestickte Bilder hingen und das Himmelbett mit den weissen Musselinvorhängen, die dicken goldfarbenen Teppiche, die zu den Vorhängen passten.
    Das Zimmer strahlte und glänzte, ein SPiegel über dem Kamin fing den Sonnenschein ein und machte den Raum noch heller. Im Kamin selbst stand ein Arrangement aus trockenen Blättern und Gräsern. Auf dem Fensterbrett stand eine Kristallvase, Eliza nahm sie, ging ins anschliesende Badezimmer das klein aber sehr modern war.
    "Sie können hier Wasser für ihre Blumen holen, Miss Lily Aber jetzt mache ich es für sie. Ausserdem kommen jeden Tag zwei Mädchen aus dem Dorf, um die harte Arbeit zu verrichten. Sie werden Pat und Sally morgen kennenlernen. Sie sind keine Kirchenlichter , aber gutmütig und willig."
    "Und meine Patentante?" Lily steckte die Blumen in die Vase und schaute Eliza fragend an. "Wann kann ich sie sehen?"
    "Miss Johns hat heute einen schlimmen Tag gehabt" sagte Eliza. "Übererregung wegen ihrer bevorstehenden Ankunft, denke ich. Sie ruht sich jetzt aus, aber sie können sie morgen sehen. Seit Wochen hat sie nur von Ihnen gesprochen."

    Später nahm Lily einen Kaffee zu sich, er war stärker als sie annahm. Tiefes schweigen senkte sich über den Raum. Müde lies Lily sich in die prallen Kissen sinken und gähnte. Für sie war es ein ungewohnter Luxus, allein zu sein.
    Sie trank eine zweite Tasse und schloss die Augen. Sie fühlte sich richtig wohl. In ein paar Augenblicken würde sie aufstehen, sich in der Bibliothek ein Buch holen und sich dann in ihr Zimmer zurückziehen. Sie hörte das leichte flackern des Feuers, als ob es von sehr weit her käme.
    "Lily, lass nicht zu , dass sie mich mitnehmen. Bitte nicht, Lily. Ich bitte dich."
    Die Stimme gehörte einem Mädchen und war schrill vor Angst. Das Mädchen, das zu dieser Stimme gehörte, kniete mit fest ineinandergeschlungenen Händen vor ihr, ein ROck aus rosa Seide bauschte sich um sie.
    "Wer sind sie? Was wollen sie?" hörte Lily sich mit scharfer und furchtsamer Stimme fragen.
    "Lass nicht zu, dass sie mich mitnehmen! Lass sie nochmal würfeln. Bitte, Lily"
    Tränen strömten über die Wangen des Mädchens, sein Haar war kunstvoll auf dem Kopf getürmt. Rotblondes Haar, etwas heller als Lily´s. Grosse blaue Augen, bleiche Wangen.
    "Wer sind sie? Was wollen sie von mir?"
    "Drusilla, Drusilla heise ich, das weisst du doch."
    "Drusilla? Drusilla wer? Drusilla was?"
    "Oh, du bist Grausam." Das Mädchen streckte jetzt flehend die Hände nach ihr aus, die Tränen rannen noch üppiger über die Wangen. "Lily , lass es nicht zu, du kannst doch nicht einfach danebenstehen und mich fortführen lassen."
    Die Hände zerrten nun am eigenen Rock. Lily schaute hinunter.
    Durch die Hände der Gestalt sah sie den festen Stoff ihres Hellgrauen Rockes. Das gesicht war immer noch klar zu erkennen, aber dahinter konnte sie den Raum sehen.
    Die Stimme flehte ununterbrochen weiter. "Du musst es zu einem Ende bringen. Du musst, Lily, du musst!!"



  4. Mollys Spannungsroman Beitrag #4
    Avatar von Molly
    Molly
    (Übertrag2 ,Kapitel 2 )

    Lily könnte sich nicht rühren, und sprechen konnte sie auch nicht. Jetzt wurden die Umrisse der Dinge wieder klarer und das Gesicht und die Hände verblassten, die Stimme aber flehte weiter. "Lily hilf mir. Du musst uns allen helfen."
    Lily sprang auf und stieß einen Schrei aus, ihr Körper zitterte.
    "Haben sie gerufen Miss Lily?" Eliza kam zur Tür rein. "Ich muss einen Augebnblick eingeschlafen sein," meinte sie und rieb sich die Hände.
    "Es kommt Nebel auf", meinte Eliza und legte mehr Holz auf das Feuer.

    Lily ging zu ihrem Zimmer.

    Draussen vor den Fenstern lag jetzt dichter Nebel. Lily hob die Vorhänge und schaute hinaus. Es war als ob kalte Finger das Haus umfassten und den letzen Rest Sonnenschein fortnahmen. Sie fror noch immer und zitterte ein wenig, aber das Gefühl hilflosen Entsetzens war gewichen, jetzt kam sie sich nur noch ein wenig Verrückt vor.
    In dem Traum, falls es einer gewesen war, war ja nichts besonders entsetzlich gewesen. Diese Drusilla war eher ein hübsches Mädchen gewesen und ganz gewiss war diese Verzweiflung echt. Lily konnte noch immer die schrille Stimme mit dem Schluchzen darin hören.
    Später als sie in der dampfenden Badewanne lag entspannte sie sich.
    Durch den schmalen Türspalt drang ein Strahl blassen Mondlichts durch den Nebel und hob die langstieligen Chrysanthemen hervor.

    Im Bett schloß sie die Augen und ihr Atem wurde langsam und regelmäsig.

    Viel Später ging die Tür langsam und behutsam auf und im sanften Schein einer Lamterne betrat eine Frau das Zimmer.
    EIn langer Rock fegte über den Teppich. Die Frau hielt die Laterne höher und schütze sie mit der Hand. EInen AUgenblick stand sie regungslos da, bis Lily sich leicht im Schlaf drehte. Dann senkte sie die Laterne und der lange Rock glitt wieder über den dicken Teppich.

    Halbwach drehte Lily sich um und legte einen Arm über die Steppdecke. Einen Augenblick dachte sie, sie hätte die Tür gehen hören, aber im Zimmer war es still und dunkel, und sie versank tiefer in den Schlaf.

    Sie träumte nicht mehr, zumindest konnte sie sich nicht erinnern. Als nächstes sah sie den Sonnenschein der ins Zimmer drang, und Eliza, die ein schwer beladenes Tablett auf den Seitentischchen abstellte. Ihre Stimme war Munter und völlig norma.

    "Es ist neun Uhr,Miss Lily, und hier ist ihr Frühstück. Essen sie es solange es heiss ist. Haben sie gut geschlafen?"
    "WIe ein Bär," Lily setze sich auf und streckte sich.

    "Wenn sie fertig sind, möchte Miss Johns sie begrüßen", sagte Eliza und es klang als ob sie eine bevorstehende Audienz beim Papst ankündigte.
    "Wenn sie in den anderen Flügel gehen, dann ist es das Zimmer am Ende des Flurs. Guten Appetit, Miss. Sie sehen schon ausgeruhter aus, und es ist ein schöner Morgen. Der Nebel ist verschwunden, und die Sonne scheint mit aller Kraft."



    So, das waren die ersten zwei

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